Jose
Mein Vater ist seit 1986 in der Herstellung von Socken tätig – als Techniker für englische Bentley-Komet-Maschinen. Er brachte stets seine Entwürfe auf Papier mit heim. 2006, mit 20 Jahren, machte ich als Grafikdesign-Student ein Praktikum in der Firma, in der mein Vater arbeitete. Ich war nicht an den englischen Maschinen im Einsatz, an denen er seine Zeichnungen von Hand anfertigte, sondern an elektronischen Maschinen aus Italien.
Die Art des Designs war völlig anders als das, was ich in Werbedesign-Kursen gemacht hatte. Die Leidenschaft für Socken habe ich von meinem Vater geerbt.
So kam der Wunsch auf, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Dank der Disziplin meiner Mutter gelang es, etwas Geld zu sparen. Mein Bruder und ich kauften zwei englische Maschinen, die mein Vater zu benutzen gelernt hatte. 2010 belegte ich in Italien einen Designkurs zum Stricken von Intarsiensocken. Aufgrund der zunehmenden Verantwortung im Unternehmen, in dem wir arbeiteten, war es uns aber nicht möglich, unsere Geschäftsidee zu realisieren.
Wir hatten keine eigene Wohnung, keinen Ort, wo wir unsere Maschinen lagern konnten. Während der Quarantänephase nutzte mein Vater die Zeit, um sie zu reparieren. Als er in den Job zurückkehrte, gab es nicht viel Arbeit für ihn.
Die Familie ermutigte ihn, ein Unternehmen zu gründen. Mein Vater hatte zwar viel Wissen über Socken, aber wenig kaufmännisches Know-how. Ich hatte einen tollen Job als Entwicklungsleiter und beriet Sockenfirmen, aber mein Traum war immer noch aufgeschoben. Mir gelang es, einen Kredit zu bekommen, um elektronische Maschinen zu kaufen, die ich beherrschte. 2022 entschied ich, mich ganz meinem Traum zu widmen und meinen Vater zu unterstützen.
Seitdem haben wir in unserem Zuhause eine Werkstatt, sind gewachsen und können Menschen aus unserer Stadt Arbeit geben.